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Jutta und Daniel Höllstin

Fr. 15. März 2019
20:00 Uhr

Heimatliebe. 
Jutta und Daniel Höllstin verspüren sie. Und vermögen es, die Liebe zu dieser Region
sofort auf den Betrachter des Buches überspringen zu lassen.

Der Charme des Buches besteht unter anderem darin, dass die Autorin Jutta Höllstin
30 Protagonisten zu Wort kommen lässt, die allesamt dazu beitragen, dass diese einmalig schöne
Region das bleibt, was sie schon immer war: ein Sehnsuchtsort.

Die Menschen, die dort porträtiert werden, sind aber alles andere als rückwärtsgewandt. Einige von
ihnen setzen neue Trends, wobei typische Elemente aus ihrer Heimat immer im Vordergrund stehen.
Andere beleben alte Traditionen wieder und schaffen es, auch bei den ganz Jungen Interesse und
Begeisterung zu wecken.
So gelang es etwa Reinhold Berger aus Dachsberg im Südschwarzwald, den letzten Köhler vom
Münstertal ausfindig zu machen und dieses uralte Handwerk zu neuem Leben zu erwecken. Denn
außer diesem wusste niemand mehr wie die Köhlerei funktioniert. Heute sind es wieder viele junge
Leute, die mit Begeisterung im Köhlerverein aktiv sind. Und welches Kind träumt nicht davon, mit
einer alten Dampflokomotive zu fahren? Dank Jens Reichelt wird dieser Traum wahr: In einer
Uniform, die aus den 50er Jahren stammt, bedient er mit einer Dampflok Baujahr 1944 die Strecke
zwischen Titisee und Schluchsee.
Besonders reizvoll wird es dann, wenn sich Trendiges wie Mode oder Hipp Hopp mit dem Thema
Heimat verbindet. So werden die meisten Trendsetter den erfolgreichen Modemacher Jochen
Scherzinger kennen. Sein Atelier liegt fernab jeder Modemetropole im abgeschiedenen Hübschental
bei Gütenbach. Oder die Alemannenrock-Band LUDDI. Jahrelang hatte die Band ihre Texte auf
Englisch gesungen. Doch die Zeiten gehören der Vergangenheit an. Nun drücken sie ihre Gefühle
selbstbewusst auf Alemannisch aus.
Interessant ist auch, dass die Heimatliebe zum Südwesten nicht nur von Menschen geteilt wird,
welche in dieser Region aufgewachsen sind. So hat etwa Shine-Od Brüstle, einst aus der Mongolei als
Au Pair in den Schwarzwald gekommen, in die Großfamilie Brüstle eingeheiratet, die erfolgreich
mehrere Berggasthäuser betreibt. Und wer würde vermuten, dass ausgerechnet ein Kolumbianer die
Käserei „ChäsCuchi“ im Schopfheimer Ortsteil Gersbach führt?
Allen gemein aber ist, dass sie eine Verbindung zwischen Landschaft, Brauchtum, Kultur und
Handwerk schaffen.
Eingebettet sind all diese individuellen Lebensgeschichten, die Jutta Höllstin basierend auf vielen
Interviews verfasst hat, in einen wahren Bilderrausch. Die Kunst, die Schönheit der Region
festzuhalten, ist Daniel Höllstin so gut gelungen, dass man das Werk nicht mehr zur Seite legen
möchte. Je nachdem, wo die Protagonisten leben, werden wir mit der Landschaft vertraut gemacht,
von der sie umgeben sind. Daniel Höllstin zeigt, dass er einen Blick dafür hat was den Reiz der
jeweiligen Landstriche ausmacht. In einem Interview sagte er einmal, es sei wirklich nicht nötig
exotische Länder zu bereisen, um Einmaliges zu erleben. Wer seine Bilder gesehen hat, wird ihm
recht geben. Denn garantiert wird bei Lektüre und Betrachtung des Buches sofort die Lust am
Entdecken geweckt. Eindeutig in Richtung Südwesten.
Das gut gegliederte Inhaltsverzeichnis macht es dem Leser einfach, sein Ziel zu finden. So sind die
Regionen übersichtlich aufgelistet und mit den jeweiligen Seitenzahlen versehen.
Zusätzlich finden sich auf zwei gegenüberliegenden Seiten alle Protagonisten, deren Standort sich
anhand von Nummerierungen auf einer Karte klar zuordnen lassen.
Eineinhalb Jahre haben die aus der Ortenau stammende Autorin und der im Markgräflerland
aufgewachsene Fotograf an diesem Buch gearbeitet. Herausgekommen ist ein durch und durch
professionelles Werk, das es so bislang noch nicht auf dem Buchmarkt gab.

Jutta und Daniel Gian Piero Höllstin
„Heimatliebe Südwesten“ 2018

ISBN 978-3-9819689-0-3
www.heimatliebe-suedwesten.de